Teezeremonie

Die chinesische Teekunst hat sich in ihrer langen Geschichte immer wieder verändert, aber ihr Geist ist geblieben: Die Einheit zwischen Mensch und Natur, die Harmonie zwischen den Menschen untereinander und ihre Essenz — feiner Tee, gutes Wasser, schönes Teegeschirr, angenehmes Ambiente und achtsame Zubereitung.

Alle bekannten Teesorten haben ihre entsprechende Verarbeitung (Teeblätterform und Aroma) und Zubereitung: Die Wasser-Temperatur, die Tee-Utensilien und das Ambiente unterschieden sich voneinander. Allerdings gibt es bei der Zubereitung keinen Prozess des Mahlens mehr. Im Gegenteil, ein wichtiger Punkt in der heutigen Chinesischen Teekunst ist es, die Urform der Teeblätter und ihre Farbe zu beobachten. Damit gewinnt sie ihre Natürlichkeit zurück.

Das Wasser

Schnapsexperten wissen, dass die Schnapsqualität weitgehend von der Wasserqualität abhängt. Tee aber hat noch höhere Ansprüche an die Wasserqualität. Wie gut der Tee auch ist, sein Aroma kann ohne gutes Wasser nicht zur Geltung kommen. Schon Lu Yu hat sich in seinem Buch ausführlich mit dem Wasser beschäftigt. Er sagte, man müsse fließendes Wasser aus dünn besiedelten Gegenden schöpfen. Quellwasser wäre die Nr. 1, am besten noch vom gleichen Teegebiet.



Quellwasser im Siming Shan Teeanbaugebiet bei Ningbo, Provinz Zhejiang (Foto: Zheng/Goebel 2007)

In der Chinesischen Teekunst (Chadao oder Teedao) ist der Tee das Symbol für Harmonie, Ruhe, Reinheit, und Feinheit. Es gibt hier auch ein bekanntes literarisches  Sprichwort: „Chan Cha Yi Wei“, was auf deutsch heißt: ein identischer Geschmack von Chan und Cha. „Chan“ ist Chan-Buddhismus, eine Vermischung des Indischen Buddhismus mit dem Geist der Chinesischen Kultur, dem Daoismus und Konfuzianismus. Sein Kern lautet: Zur Erleuchtung muss jeder seinen eigenen Weg finden. „Cha“ ist einfach die chinesische Übersetzung des Wortes Tee. Also, deshalb gibt es in der Chinesischen Teezeremonie keine feste, einheitliche Form, was sie sehr von der Japanischen unterscheidet. Dafür gibt es verschiedene Schulen und jede hat ihre typische Form.

 


Qian Zheng bei der Pu-Erh Tee- Zeremonie


Teezeremonie im Pu-Erh Teehaus in Ningbo (Fotos: Zheng/Goebel 2007)